Samstag, 19. Oktober 2013

Offener Briefwechsel

Junger Freund,
es tut gut von Dir zu lesen. Dein kritischer, misanthropischer Geist durchfährt Deine Zeilen, erinnert an alte Zeiten und erwärmt meine Seele.
Er bestärkt mich in dem Glauben, dass Du das Banner der unangepassten Freiheit weiterhin hochhälst, was mir Freude ins Herzlein entzückt.
Ein melancholischer Funken Hoffnung, dass das Dreckssystem nicht jeden fickt.
Mich hat es bekommen.

Ich hoffe, Pathos und Selbstmitleid in angemessener Form balanciert vorgetragen zu haben und empfehle mich...nicht!

Frieden

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Werbung über Werbung über Werbung

Irgendwie bin ich schlecht drauf heute. Es ist ein kalter grauer ungemütlicher Herbsttag. Und ich muss aus dem Haus. In die Bahn. Wo alle ne Fresse ziehn und schlecht drauf sind. Wie ich. Na toll. So stehe ich an der S-Bahn-Haltestelle Berlin-Neukölln, starre in die graue Weite und warte auf die Ringbahn. Und da entdecke ichs, nachdem ich das Werbeplakat des pro-Bundeswehr-Grinsepeters Til Schweiger habe ausblenden können: Menschen haben graue Hauswände bunt angemalt. Ich muss lächeln. Es sticht hervor aus dem trostlosen Steinemeer der kalten Winterstadt. Da, noch ein Haus. Wie schön! Und dort. Ich grinse. Bin dankbar. Wie toll! Und da das nächste – warte mal.. hat da jemand tatsächlich kaltherzig eine Werbung für Außenwerbung auf die kunterbunte Aufmunterungsversuche meiner Mitmenschen geklatscht? Mit einem Mal verstehe ich, was in Menschen vorgeht, die EINEN TEXT DURCHGÄNGIG IN SCHREIENDEN GROSSBUCHSTABEN VERFASSEN.
Wer hat denn das Recht dazu bitteschön? Wer darf das und warum? Wer gestaltet denn diese Stadt? Die Menschen, die hier leben oder die, die hähnchenschenkelfressend in irgendeiner fabrikartigen Marketingabteilung hocken und ein billiges Werbeplakat mit so wenig Gehirnschmalz wie möglich zusammenschustern, um noch mehr Außenwerbung zu verkaufen, bis das letzte freie Pixel dieser Stadt zu einer potentiellen Geldquelle geworden ist? Wie krass ist es denn eigentlich, dass über die anscheinend wahnsinnig hohe Nachfrage an Außenwerbung hinaus noch diverse Außenwerbespezialistenexpertenfirmen die Stadt zutackern mit Werbung für Außenwerbung?
Ach, irgendwie bin ich schlecht drauf heute.

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Freitag, 31. Mai 2013

Fürwahr

Gräm Dich nicht, lieber Freund,

jede Medaille zeigt zwei Seiten. Ist die eine sichtbar, zeigt die andere zur Brust.

Ich halte es für der Natur des Menschen (besonders des west- und mitteleuropäischen jungen Mannes) eigen, dass er stets das begehrt, was er nicht hat.

Die Seite zu schätzen, die man nicht sieht, ist die Kunst.

Freiheit, küsse sie und sing ihr Lieder, halt sie fest und freue Dich Ihrer.

Ich kann es nicht mehr!

Dienstag, 21. Mai 2013

true

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Mittwoch, 23. Januar 2013

Zitternd

wie war das damals, als du noch glücklich warst?

als die tage sich noch unterschieden?

als die melancholie noch ein zeitvertreib war?

momente voller energie und banalen sorgen.

es ist noch garnicht lange her.

schleichend kam die veränderung.

du hast sie erst nicht mitbekommen.

dann ignoriert, verleugnet, hast dich selbst betrogen.

und jetzt hast du aufgegeben.

und weißt doch, daß du noch nicht ganz unten bist.

und du wartest auf den aufprall.

auf das ende.

zitternd.

Mittwoch, 28. November 2012

Mittwoch, 1:18

Eine neue Nacht voll interessanter Gedankengänge, leider völlig uninteressant, vor allem ausgelutscht. Der üblich banale Kram in Richtung paradoxe Lebensführung etc. .

Sprich: Es gibt soviele, so verdammt viele Menschen, die leben in ständiger Armut. Eine erschütternde Tatsache, die man so oft mitbekommt, dass man da schon längst nicht mehr darüber nachdenkt. Sie hat sich in unser Leben integriert wie der Orangensaft zum Frühstück oder das Bier zum Fußball oder was auch immer. Weiter steigert sich dann die Abschüttlung dieses grausamen Wissens durch unsere verwöhnte Gabe der Denkverschiebung in nähere, meist banalere Bereiche. Diese "Fähigkeit" der Verdrängung erscheint mir in meinem persönlich Falle geradezu eine Art von übermäßig egozentrischem Selbstschutz meines psychologischen Körperelements zu sein und ich gehe mal davon aus, dass das sehr, sehr vielen Menschen genau so geht. Wir schützen uns vor diesen unsere Seele belastenden immenesen Weltvergewaltigungen, indem wir Sorgen, Wüte(?) und Ängste gegen Dinge vorschieben, welche im Lichte des relativen Vergleiches eigentlich unfassbar lächerlich und unrelevant erscheinen. "Wir", und damit meine ich die Allgemeinheit, regen uns darüber auf, dass die Spritpreise steigen, dass sich die Olivenlaugenstange beim Bäcker von 1,35 auf 1,50 verteuert hat, dass Sportler Doping benutzen, dass uns das Studium nicht genügend Freiheiten zulässt, dass Menschen Sonntag morgens den Rasen mähen, dass Menschen in Hecken pinkeln und dass das neue PES es immer noch nicht geschafft hat dem Torwart mehr künstliche Intelligenz zu verschaffen, dass die Tomaten nach nichts schmecken und dass die Bahn schon wieder 12 Minuten Verspätung hat.

Furchtbar, eine wahre Katastrophe!

Leute, da draußen verrecken haufenweise Menschen auf der Straße weilse nix zu fressen ham und derweil werden Familien auseinandergerissen, Frauen vergewaltigt und Menschen aus politischen oder religiösen Gründen in ein Zwangslager gesteckt, getötet oder im besten Falle von ausländischen Industrien durch Sklavenarbeit ausgebeutet. Und wenn sie versuchen von diesen furchtbaren Umständen weg an andere Orte zu flüchten werden sie dort gedemütigt und verjagt! Das passiert wirklich, das sind keine verdammten Geschichten!

Aber wir müssen jammern. Wir haben unsere eigenen Probleme. Der Kaffee ist schon wieder lauwarm. Im Apfel ist ein Wurm. Im Bett liegen überall Kekskrümel. Das Klopapier ist alle. Wir haben Schimmel in der Küche.

Das ist doch eigentlich alles Quatsch.

Freitag, 23. November 2012

Pamphlet #2: 'Zwischen Wohlwillstraße und Hahnenkamp'

Warum schreibt man eigentlich?

Will man den anderen Menschen etwas mitteilen?

Will man sich selbst etwas mitteilen?

Will man einfach nur eine kleine Prise schmutzige Anerkennung erhaschen um sein verhunztes leben endlich mal wieder etwas in Schwung zu bringen?

Vielleicht geht es gar um das sich in sämtliche Lebenssituationen hinterrücks einschleichende und vor Schmutz triefende Geld?

Oder schreibt man einfach nur des Schreibens willen?

Oder weil man sonst nix besseres zu tun hat?

Ich will ganz ehrlich sein: ich weiß es verdammt nochmal nicht warum hier wer was schreibt und was das ganze soll, ich weiß nur eines: hier in diesem Blog schreibt keiner. Daher scheint diese ganze oben aufgeführte Fragerei zumindest für diesen Ort völlig belanglos oder doch zumindest ziemlich banal und einfach zu lösen zu sein. Da der Blog auch sowieso von niemanden gelesen wird weiß ich nämlich zumindest für mich, dass ich weder für euch, noch für die Anerkennung, noch für das Geld schreibe. Ich habe grade sonst nix besseres zu tun, schreibe daher des Schreibens willen und versuche mir dabei im besten Falle noch irgendetwas mitzuteilen - was aber leider gerade nicht so wirklich gelingen zu scheint.

Es soll sich aber als zweites Pamphlet in der Geschichte dieses Blogs vor allem an all diejenigen Menschen richten, die ich eigentlich schätze, die es aber einfach nicht schaffen irgendetwas ins Leben zu rufen, zu pflegen und zu einer anständigen Größe heranwachsen zu lassen - denn das Nichtgelingen eben dieser Entstehung(en) scheint nicht nur das traurige Schicksal dieses Blogs zu sein, sondern auch einen negativen Einfluss auf das meine zu haben und dies wiederum kann ein durchaus nerviges Gefühl ins Leben rufen, welches dann meist von außen und von innen weiter gepflegt wird und zu einer anständigen Größe heranwächst. Und sowas ist, wie wir alle wissen, niemals eine gute Sache..

Nun aber werde ich mich, um diesem ganzen quatschigen Gesülze ein Ende zu bereiten, von Justus (1.Detektiv), Peter (2.Detektiv, hahaha) und Bob (Recherchen & Archiv) in den Schlaf lullen lassen - mögen sie einen glorreichen Sieg gegen die niederträchtigen Musikpiraten davontragen!

Ich werde diesen unbeachteten Blog aus reinem Protest dennoch weiterhin für meine sinnfreien Schreibereien nutzen; alleine schon diese Zeilen haben mir doch irgendwie aus unerfindlichen Gründen ein gutes Gefühl erbracht und Hey! - irgendwie ist es doch genau das worum es im fucking Leben geht, nicht wahr?

mitsch out.

Dienstag, 3. Juli 2012

Pamphlet #1: S1 - 'Zwischen Landwehr und Altona' oder 'Postfusionelles Gedankengut'

Neben mir Menschen, Flughafen, Paar, schöne Tage am Strand, ein wenig Regen, Regengesichter
Eingeklemmt in ihrer engen und erdrückenden Welt aus Normen und vor exzessiver Sinnlosigkeit strotzenden Lebensregeln

Endlich mal Urlaub fernab der Realität - und wahrlich, eine Realität scheint hier nicht vorhanden
Sie nennen uns die Verrückten und stoßen uns aus, doch ich erkläre die Verrücktheit zur Normalität!

Ich erkläre jene, die Normale genannt werden zu Verrückten!

Und ich sage dieser verrückten, grauen und belanglosen Masse den Kampf an!


Für das Recht auf Jogginghose fernab von Sportplätzen!



Vor mir, hinter mir, überall, alles aggressiv genormt, alles gleich, alles öde
Jeder Sitz, jedes Fenster, jeder Mülleimer, Haltestellen, Namen, nicht mal 16 Farben

-Wie haltet ihr das aus?- möchte ich schreien und betrachte eure harten, müden Gesichter
Ihr glotzt mich herablassend an, traurig, könnt, nein, wollt nicht verstehen, der Anstrengung wegen, genormte Verrückte

Schreien sollte ich, schreien und weinen, weinen und kämpfen - und meinetwegen sterben

Ich sage den machthungrigen und alles verschlingenden Grautönen eurer Welt den Kampf an!


Für das Recht auf Farben im Millionenbereich!
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